Chronik des Jahrganges 2015

Vor 10 Jahren (2005)

Der neue Rektor Beat Sommer erläutert seine Zielsetzungen für die nächsten Jahre seiner Tätigkeit. Im unternehmerisch wirtschaftlichen Bereich muss die Schülerzahl mindestens den Breakevenpoint erreichen, wozu verstärkte Marketingbemühungen notwendig sind. Die Qualität im schulisch erzieherischen Bereich ist auf einen internationalen Standard anzuheben. Im menschlich sozialen Bereich sind die Grundwerte im Sinne des 'Spirit of Zuoz' zu fördern: Weltoffenheit, Toleranz, Respekt, Fairplay und Lernbereitschaft. Zur schwierigen Definition des 'Spirit of Zuoz' meint Präsident Cyrus Maybud: 'you cannot really define it, because it is like the notion of love: if you could define it – you would not have it or feel it anymore'.

Die Regionalgruppen berichten von ihren Aktivitäten im vergangenen Jahr. Heidi Ehrenberger organisiert in Wien eine Besichtigung des Liechtensteinischen Gartenpalais mit anschliessendem Abendessen. In Zuoz findet das zur Tradition gewordene Past Presidents Dinner mit reger Beteiligung statt. Die niederländischen Old Boys treffen sich zu einem Lunch in der Orangerie in Doorn. Die RG Zürich besucht das Fliegermuseum in Dübendorf. Am Lyceum findet bereits zum 6. Mal der Engadin Fives Challenge Cup statt, bei dem neben den Old Boys des organisierenden Fives Club Zürich auch Schüler des Lyceums und ausgezeichnete Spieler aus England teilnehmen.


Teilnehmer am Engadin Challenge Cup in Zuoz



Vor 20 Jahren (1995)

Am 9. September verstarb Peter Geiser im 80. Lebensjahr. Als langjähriger Internatsleiter des Grosshauses (1945 bis 1970) und bis 1981 Hauptlehrer für Latein und Griechisch ist ‚Cheese’ für viele Schülergenerationen zu einem Stück Lyceumsgeschichte geworden, wenngleich nicht alle von ihm im selben Mass begeistert waren.

Peter Geiser führte ab 1963 die alte Tradition von Gordon Spencer weiter, indem er als Anlaufstelle für die Old Boys galt, deren Mitteilungen dann pünktlich in der Zuoz Zeitung erschienen: ‚greetings from afar’, Gratulationen zur Hochzeit und runden Geburtstagen oder zur Geburt eines Kindes. Bei Besuchen in Zuoz gehörte es zur Tradition, sich in das Gästebuch im Empfangszimmer des Lyceums einzutragen.
Peter Geiser, hinterliess uns eine lückenlose Sammlung von Konzertprogrammen, Theaterprogrammen und St. Niklaus- Aufführungen mit den dazugehörigen Versen.

Bereits zum 2. Mal organisieren Franco Kettmeir, Dario Molaschi und Alice Bührer sen. mit grossem Erfolg im Rahmen der Summer Games ein Treffen der in den 50er Jahren am Lyceum gewesenen Old Boys. Unter den Anwesenden befinden sich u.a. Robi Küderli, Heinz Leu (Schulrat) und J.F. Kurz (Verwaltungsrat) sowie Giovanni Audisio, Giovanni Bottigelli, Carl Tesdorpf, Ladina Vonzun, Sylvia von Planta, Carl Underberg, Patrik Körfer und Volo Dreyfus.

Die Regionalgruppe Far East and Oceania mit ihrem neuen Präsidenten Kamuel Chow wird am 30. November in Hong Kong aus der Taufe gehoben. Als Vorprogramm reist eine kleine Gruppe nach Bali. Unter der kundigen Führung von Old Boy und Schweizer Konsul Jon Zürcher (Lyceum 66-68) erleben alle ein grossartiges ‚Bali Inside’
In Hong Kong spielen wir Cricket im honorigen Hong Kong Cricket Club. Zur offiziellen Gründungsfeier lädt uns Kamuel in den noblen Hong Kong Jockey Club ein. Rund 40 Old Boys mit ihren Damen geniessen einen herrlichen Abend bei Dinner and Dance.


Teilnehmer am Cricketspiel im Honkong Cricket Club
Die Regionalgruppe Südwestdeutschland besucht die Bleistiftfabrik unserer Old Boys Toni Faber Castell (Lyceum 1955-61) in Nürnberg.



Vor 30 Jahren (1985)

Am 25, Januar wird unserem Altrektor Dr. Adolf Nadig das Verdienstkreuz erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Dr. Nadig übernimmt 1945 das Lyceum in schwierigen erzieherischen und finanziellen Zeiten. Besonders zeichnete er sich durch Entscheid aus, die verbliebenen 33 deutschen Schüler 1946 bis zur Matur am Lyceum zu behalten, obwohl wegen der Devisenrestriktionen kein Geld aus Deutschland zu erwarten war.

Zu Beginn des Wintertertiales stellt sich traditionell der neue Schülerrat (SO) vor. Schoolcaptain wird Sebastian Pawlowski (heute Präsident des Verwaltungsrates). Mitglieder sind unter anderem A. Oberwelland und Martin Ruhland. Die SO organisiert verschiedene Anlässe wie z:B. Schlittenfahrten, SO Reisen und einen Kunstwettbewerb mit dem Titel 'the Creative Spirit of Zuoz'. Hier sollen Werke von Schülern, Lehrern und Old Boys präsentiert und prämiert werden. Einen Schwerpunkt bilden auch die Finanzierung und der Bau eines schon lange geplanten Clubhauses neben der Turnhalle.

Der Schoolcaptain äussert sich in der Rubrik 'Forum' kritisch zum Qualitätsanspruch der Old Boys in der Zuoz Zeitung. Von den Schülern wird erwartet, dass sie im Geist von Spencer streng erzogen werden (Anstand, Fairplay, Leadership, Spartanismus). Liest man hingegen die Berichte der Old Boys, so handelt es sich hier meistens um 'die vollständigen Wein- und Speisefolgen, mit denen sich die einzelnen Regionalgruppen gegenseitig zu übertrumpfen suchen'.

Ende Oktober 1984 lädt die RG SWD unter der neuen Präsidentin Eva Schultze-Dumbsky
zu einer originellen Besichtigung der Firma Gewürzmüller unseres Old Boys Michael Rendlen nach Stuttgart ein. Es geht um das Würzen von Würsten. Die in weisse Schutzmäntel Gekleideten mussten unter der Anleitung von Präsident J.F. Kurz ihre selbst gewürzten Würste später auch noch aufessen.

Im November 1984 findet die Kenia Safari unter der kundigen Führung des Zoologen Dr. Fritz Slowik statt. Slowik war ehemaliger Lehrer am Lyceum und ist vielen der Teilnehmer inzwischen zum guten Freund geworden. Teilnehmer mit ihren Damen u.a.: Benny Oei, Marita Biveroni, Volo Dreyfus, Roger v. Maltzahn, sowie Carlo Minder. Bei der Ankunft in Nairobi wurden die Teilnehmer von Old Boy Rahim Rahimtulla willkommen geheissen. Die Reise führte über den Nakuru- und Naivashasee, das Samburu Reservat, die Aberdare Mountains, die Amboseli- und Tsavo Parks zum Endpunkt Mombasa.


Teilnehmer an der Fives Pfingstreise nach England



Vor 40 Jahren (1975)


Das neu geschaffene Amt des School-Sportscaptains bezweckt die vermehrte Förderung des Sportes unter den Lyceumsschülern. Günter Heuberger ist erster Amtsinhaber. Der Aufgabenbereich umfasst die Vertretung der Sportsinteressen gegenüber der Schulleitung, sowie die Koordination des Sports zwischen Housecaptains, den Schülern und den Sportlehrern.

An der Mitgliederversammlung der Regionalgruppe Zürich, die ca. 400 Mitglieder zählt, haben sich (sehr zum Ärger von Club Präsident Révay) im Restaurant Dupont nur 6 Personen eingefunden. Bestätigter Vorstand: G. Egli, Schuster, C.G. Révay. Trotzdem fanden im vergangenen Jahr verschiedene gelungene Anlässe statt: Landhockeyspiel gegen die SKA, Cricket-Meeting gegen die Schule, Flossfahrt und Wies'n Cricket in München, sowie der traditionelle Samiklausabend im Dezember

Am Last Weekend wird das neue Amt des Old Boys Sport Captains geschaffen. Seine Aufgabe ist es, die Games und Spiele zwischen Old Boys und Schule zu koordinieren und die Aufstellung der Old Boy Teams zu bestimmen. Erster Amtsträger ist Cyrus Maybud,

Der Club hat eine neue Tradition begründet. Am Last Weekend konnte die Schlitteda-Bar im Hotel Engiadina als Stammtisch und Treffpunkt der Old Boys eröffnet werden. Zur Ausstattung wird auch ein Arvenschrank gehören, der die gewonnen Pokale aufnimmt.

Unser Alt-Präsident Helmut Jauslin ist am 22. Juli verstorben. ‚Jaus’, wie ihn alle liebevoll nannten, war immer eine hochgeschätzte und herzliche Persönlichkeit und ein ausgezeichneter Präsident des Clubs gewesen. Seine grossen Verdienste während der Amtszeit von 1954 bis 1966 sind so wichtige Tätigkeiten wie der Wiederaufbau des Clubs nach dem Weltkrieg, der Gründung von Regionalgruppen, neue Statuten und die Schaffung eines Clubsekretariates.


Helmut Jauslin mit Frau Rektor Bezzola

 

Vor 50 Jahren (1965)

Ein Separatdruck in der Neuen Züricher Zeitung vom Januar berichtet in Wort und Bild über das 60 jährige Jubiläum des Lyceums. Da in der Gründerzeit um 1904 die kräftigende und heilende Wirkung des Klimas erkannt wurde, ergriffen einige Ärzte die Initiative. Die Idee war, Kindern aus dem Mittelland eine gesunde und schulisch erstklassige Bildung zu geben und gleichzeitig den Schülern aus der Talschaft eine Schule vor Ort zu ermöglichen. Im Sommer 1904 konnte die Gründung einer Aktiengesellschaft unter dem Namen 'Institut Engiadina' erfolgen. Die Sammlung des notwendigen Geldes war nur möglich, weil fast jede Familie im Dorf und viele im Tal Anteilscheine gezeichnet hatten. Dadurch war die Verwurzelung des Lyceums im Engadin von Anfang an gegeben.

Zeitgerecht zum Jubiläum konnte der Neubau des ’Arvenhauses’ eröffnet werden. Sehr zur Freude von Rektor Nadig sind die mit modernsten Apparaten ausgerüsteten Räume in erster Linie dem naturwissenschaftlichen Unterricht gewidmet.

Hans Pfosi ist gestorben. Von 1920 bis 1923 war er Schüler am Lyceum und in späteren Jahren amtete er als Verwaltungsrat. Von Beruf war er Spezialarzt für Dermatologie und Venerologie. Nach ihm wurde der Sport- und Eishockeyplatz direkt unter dem Direktionsgebäude in Pfosi-Platz umgetauft.

Im letzten September wurde eine Zwischentagung im Jesus Kollege in Cambridge durchgeführt. Die Teilnehmer wohnten im ‚Little Trinity’. Am Freitag fand in der Guildhall die 'Reception by the Right Worshipful the Mayor of Cambridge’ statt. Am Samstag wurde in der Kapelle des Jesus College eine Andacht zu Ehren unseres vor 2 Jahren so unerwartet verstorbenen Gamesmasters E. Gordon Spencer abgehalten, bei welcher Old Boy Kenneth Keast das Leben und Wirken unseres verehrten ‚Knochen’ würdigte. In der Hall des Trinity Kollege traf man sich am Abend zum grossen Festbankett.


Teilnehme der Zwischentagung in Cambridge



Vor 60 Jahren (1955)

Gamesmaster Gordon Spencer führt wieder eine seiner begehrten und beliebten 'Journeys of Studies to England' durch. Im Somerset Cricket Club durften die Teilnehmer Werner Ahrens, Hans und Bernd Voigtländer an dem Coaching Course teilnehmen. Daneben standen kulturelle Anlässe wie Besichtigung von Kathedralen, Besuche in Bristol mit Empfang beim Mayor, Bath, Devonshire und London auf dem Programm. Hier konnten sie Fivesmatches gegen die City of London School austragen.

Der Neubau des ‚Mittelhauses’ konnte seiner Bestimmung übergeben werden. Das Gebäude enthält 30 moderne Wohnräume für Schüler im Alter von 15 bis 16 Jahren und 2 grosse Schulzimmer, sowie eine Sonnenterrasse. Internatsleiter wird Herr Anton ‚Toni’ Höpfel, der es gut verstanden hat, die Schüler zu einer neuen Hausgemeinschaft zusammen zu schweissen. Er veranstaltet oft unterhaltsame (Tanz-) Abende im modern eingerichteten Rauchzimmer, in welchem sich das Leben dieses Hauses bevorzugt abspielt.


Cricket Training im Somerset Cricket club
Ahrens , Voigtländer Brüder, Gordon Spencer

Bereits auf die Wintersaison hin ist der Skilift Albanas eröffnet worden. Dies ermöglicht für den Skisport in Zuoz und am Lyceum ganz neue Dimensionen.

Henry Low berichtet vom 'First Post War Meeting of the Zuoz Old Boys' aus New York. Auf eine Anregung von Oskar Kehl, der über seine interessantes Leben in Kanada berichtet, trifft sich eine grössere Anzahl von Old Boys im Restaurant Jaeger House. Natürlich gibt es sehr viel zu berichten, sodass das gemütlich Beisammensein im Apartment von Henry Low bis in die 'wee hours' dauerte



Vor 70 Jahren (1945)

In seiner Lizentiatsarbeit vom März 2003 untersucht Old Boy Constantin Jacobs das ‚Lyceum in der Zeit von 1930 bis 1945, unter dem Einfluss der NS-Ideologie’. Der Versuch der politischen Einflussnahme von Deutschland aus war sehr gross und blieb nicht ohne Auswirkung auf Direktion, Lehrerschaft und Schüler. Insbesondere die Anerkennung der Deutschen Reifeprüfung verstärkte diesen Druck

Der Kollaps Deutschlands war deshalb für das Lyceum eine Zeit des Zusammenbruches und des Neuanfangs. 1945 wird Dr. A. Nadig, Naturhistoriker und Lehrer an der Kantonsschule Chur, zum neuen Rektor gewählt. Seine Zielvorstellungen: die Schule soll in Zukunft 'Schweizerisch’ geprägt und im Tal fest verankert sein, ohne den internationalen Charakter zu verlieren. Unter seiner Führung nimmt die Zahl der Internen von zu Beginn 53 in den Folgejahren einen rasanten Aufschwung und erreichte schon Anfang der 50er Jahre wieder die Vollbelegung (180). Deshalb wurde bereits 1954 das 'Mittelhaus' gebaut.


Schüler musizieren in der Aula

Auf Einladung von Helmut Jauslin finden sich 75 Alt Zuozer im Oktober in Zürich im Hotel Carlton Elite ein. Nico Kamp bedauert, dass die Holländer wegen den Devisen- Beschränkungen nicht teilnehmen können. Sie treffen sich aber alle 14 Tage im Ruderverein 'De Maas' in Rotterdam. Helmut Jauslin bemüht sich intensiv um die Wiederaufnahme der Kontakte zwischen den Alt-Zuozern, sowie um die Erstellung eines aktuellen Adressverzeichnisses.
Gordon Spencer berichtet über die erfolgreiche Aufrechterhaltung der Games am Lyceum .Das 'Last Weekend of July’ wird wieder aufgenommen und es finden sich ca. 70 Teilnehmer, vor allem aus dem Raum Zürich, zum traditionellen Cricket auf AI und zum Fivesspiel ein.



Vor 80 Jahren (1935)

Der Schweizer Nationalfeiertag (1. August) wird am Lyceum auf besondere Art begangen. Die Internen steigen am Abend wie immer auf Arpiglia hinauf, um das Höhenfeuer zu erleben. Schon 2 Wochen vorher mussten alle, anstatt der Sportlektionen, das Holz für das Feuer sammeln, damit der grosse Holzstoss wieder lodern konnte. Einige Schüler bestiegen unter kundiger Leitung den Piz Mezzaun oder den Piz Utèr, um dort ein bengalisches Feuer zu entzünden. Fackeln begleiteten den Rückweg in das Tal. Später kamen dann noch die beliebten 1. August Stafetten hinzu.

Im August führt Gordon Spencer wieder eine der traditionellen Cricketreisen nach Holland durch. Die Internen konnten nur mit 7 Mann anreisen, da wichtige Spieler aus den Reihen der Alt-Zuozer geschäftlich verhindert waren. Die Holländer verstärkten, wie erhofft, das Team. Gespielt wurde in Utrecht, Bilthoven, Laaren und Amsterdam.


Zuozer Cricket Team in Holland mit Spencer

In Konstanz fanden eine Ausschusssitzung und eine Mitgliederversammlung statt.
Beschlüsse: die Zahl der Präsidenten wird auf vier erweitert, deren Nationalitäten wie folgt verteilt sein müssen: ein Schweizer, ein Holländer und zwei Deutsche. Aus vielen Ländern und grossen Städten wird der Wunsch nach regionalen Treffen geäussert. Die neuen Statuten sehen deshalb die Gründung von Regionalgruppen vor. Der Club ist inzwischen auf 400 Mitglieder (heute 2500) angewachsen. Da die Clubarbeit nun eine erhebliche Belastung geworden ist, wird dem Präsidenten ein Sekretariat zur Seite gestellt. Die Herausgabe eines neuen Mitgliederverzeichnisses zwecks Förderung des Regionalgruppengedankens, geordnet nach Ländern und Orten, wird beschlossen. Manhart Berrer und Hans Jansen(1. und 2. Clubpräsident) werden zu Ehrenausschuss-Mitgliedern ernannt. Beide haben sich seit seiner Gründung in aufopfernder Weise für den Club eingesetzt.



Vor 90 Jahren (1925)

Im Schuljahresbericht von 1925/26 des Lyceums berichtet Direktor Knabenhans von einer 'anhaltenden gesunden Prosperität unserer Lehranstalt'. Insgesamt beherbergte das Lyceum 153 'Zöglinge' (Interne), was einer Vollauslastung entspricht. Am zahlreichsten waren wiederum die deutsche, schweizerische und holländische Nationalität vertreten.
Ausserdem besuchten 25 Externe die Schule.
Im abgelaufenen Schuljahr konnten verschiedene bauliche Erneuerungen und Ergänzungen in Betrieb genommen werden, so insbesondere neue Lokalitäten für den Biologie- und Chemieunterricht. Die Sportanlagen wurden erweitert und vervollständigt. Zur Verbesserung des Eishockeyspieles konnten 3 Eisrinks in Betrieb genommen werden. Für die Ausgestaltung des Sommerspielbetriebes (Landhockey, Cricket, Tennis) sind die nötigen Plätze noch im Bau begriffen.


Schulreise auf das Stilfserjoch

In der Zeitschrift 'Engiadina', herausgegeben vom 'Club der ehemaligen Zuozer' wird berichtet, dass der Ausschuss unter der Leitung von Präsident Manhart Berrer am 1. Februar in München getagt hat. Im 'Rechnungsbericht’ hält Schatzmeister Hansen fest, dass von 199 Mitgliedern deren 118 den Beitrag für 1924 noch nicht bezahlt haben. Das Clubvermögen beträgt 1'430 Mark.
Inzwischen ist die Zahl der 'Ehemaligen' weiter gewachsen, sodass der Ausschuss beschliesst, nach der Gründungsfeier von 1923 bereits Mitte September in Luzern die nunmehr 2. Zusammenkunft durchzuführen. Tagungsort ist das Hotel Carlton. Neben der Mitgliederversammlung sind ein gemeinsames Essen im Smoking und eine Dampferfahrt auf dem Vierwaldstätter See vorgesehen.

Aus Buenos Aires wird die Neugründung einer Regionalgruppe gemeldet. Zu den Mitgliedern gehören M. Noak, H. Mutzenbecher und H.D. von Bülow.



Vor 100 Jahren (1915)

Die 'Dienstanweisung für die Herren Lehrer' wurde vom Kuratorium des Lyceums, bestehend aus den Herren O. Vonzun (Präsident des Schulrates), J.U. Campell (Präsident des Verwaltungsrates) und Rektor Dr. Vellemann erlassen. Die folgenden Verordnungen sind hieraus entnommen: in den Schulklassen ist auf eine aufrechte Körperhaltung zu achten, und beim Schreiben und Lesen soll zur Schonung der Augen der Kopf nicht zu nahe am Heft sein. Beim Abwischen der Tafel darf nicht gestäubt werden, bei eintretender Dämmerung sei rechtzeitig das Licht anzuzünden. Unbescheidenheit, Unkameradschaft und unnütze Angebereien dürfen nicht geduldet werden. Der Gebrauch von Füllfederhaltern ist untersagt, da sie oft zu einer schlechten und unleserlichen Schrift führen.


Lyceum im Winter mit den Eishockeyrinks

1955 erinnert sich ein Interner in einem Beitrag an seine Lyceumszeit vor 40 Jahren. Wir verehrten den guten Geist des Kleinhauses, Frau Pfarrer Hottinger, eine kleine rundliche Frau, die eine wahre Bubenmutter war. Sie verstand es besser als die Lehrer, Streite zu schlichten, zu helfen, und wusste als Betreuerin des Krankenzimmers mit raschem Blick die Simulanten zu entlarven. Der Hunger nach Süssigkeiten war enorm. Den stillte man im Dorf bei Frau Schulze in der 'Conda', und im Comestible Laden von Herrn Badilatti deckte man sich mit Montélimar Nougat ein. Als guter Schweizer ärgerte sich dieser Interne über die Tatsache, dass am Geburtstag des letzten Deutschen Kaisers mit Rücksicht auf die Deutschen Schüler, der Nachmittag an diesem Tag schulfrei war, während am 1. August, dem Schweizer Nationalfeiertag, normaler Schulbetrieb herrschte.




Euer Chronist seit 30 Jahren

Dirk Hey-Eisenlohr